Nach meinem ersten und nach meinem zweiten Beitrag zum Lebensfluss, habe ich hier nun noch eine schöne Text-Stelle aus dem gleichnamigen Buch des Schweizer Homöopathen Mohinder Singh Jus für dich, die ich dir schon lange schreiben wollte:
…Ich hoffe und bete, dass die Menschen weniger zögern, wenn es darum geht, anderen zu verzeihen und um Verzeihung für sich selbst zu bitten. Würden wir dies tun, dann würden wir – dessen bin ich sicher – die zerbrochenen Bande erneuern und die bisher so vernachlässigten Beziehungen pflegen. Ich bin zuversichtlich, dass wieder Zeiten kommen, in denen Eltern mit ihren Kindern individueller umgehen. Jedes Kind hat seine eigene individuelle Sensibilität, seine eigenen Vorzüge und Schwächen. Ich hoffe auch, die Eltern werden aufgeschlossen genug sein zu lernen, dass sich die Zeiten ändern. Der Einfluss der Gesellschaft auf unsere Kinder ist eine Angelegenheit, die gründlich überdacht sein will. Wenn sich die Eltern nicht an den sich wandelnden Lebensstil der Gesellschaft anpassen wollen, wird es immer ein Problem sein, eine herzliche Beziehung mt ihren Kindern zu unterhalten.
Aber ich habe auch einen Traum, dass eines zukünftigen Tages die Kinder nicht mehr über die Schwächen ihrer Eltern nachgrübeln, dass sie tolerant sein werden und auch an ihre guten Seiten denken. Ich denke, eine Zeit wird kommen, da wir unseren Eltern für ihre Fürsorge, unsere Erziehung und die Entwicklung unserer Persönlichkeit danken werden. Das ist das Wenigste, das wir unseren Eltern schulden und wofür wir sie lieben könnten. Die Eltern haben zu ihrer Zeit versucht, unter den gegebenen Umständen ihr Bestes zu tun, um uns vor Kälte, Hitze und Hunger zu schützen. In diesem Bemühen mögen sie, wie alle anderen Menschen auch, einige oder auch viele Fehler gemacht haben. Nun ist die Zeit gekommen, ihnen zu vergeben, so dass wir von da weitergehen können, wo wir stehen geblieben sind…
Für mich – Elisabeth - persönlich bedeuten diese Zeilen sehr viel… ich habe schon vor längerer Zeit begonnen, über all das nachzudenken und daran zu arbeiten. Ganz gleich, welches Verhältnis du zu deinen Eltern gehabt haben magst, ob sie noch zusammen oder bereits lange Zeit getrennt leben, ob sie noch am Leben oder bereits verstorben sind… Vergebung ist ein wichtiger Schritt zur Heilung. Und Dankbarkeit. Denn dein Leben hast du deinen Eltern zu verdanken, ganz gleich, was gewesen ist…
Ihr seid die Richtigen für mich. Nur ihr! (Bert Hellinger)
Herz-lichst und nach-denklich Elisabeth

Foto: JC Herman
Liebe Elisabeth, Diese Worte berühren mich heute sehr. Auch wenn unsre Eltern uns Kindern manchmal – unbeabsichtigt- schreckliche Dinge antun oder angetan haben durch ihr Verhalten, sollte man nicht vergessen, wieviel wir ihnen auch verdanken. Da ich aber gerade erst ein grosses Thema in dieser Richtung für mich selber gelöst habe und da es wirklich mein komplettes Leben sehr sehr stark beeinflusst hat, bin ich noch nicht ganz am Punkt des Verzeihens angekommen. Ich werd mir Deine Worte immer wieder durchlesen, bis ich soweit bin und ich WEISS, die Zeit wird kommen.
tolerante grüsse Andrea
Kommentar von andrea2007 — 25. Juli 2008 @ 09:13
Liebe Elisabeth,
ich habe heute nach längerer Zeit wieder auf deine seite geschaut und wenn ich auch nicht alles lesen kann – aus zeitgründen- danke ich für das, was ich gelesen habe, wunderbare kleine anstöße das leben leichter, fröhlicher und nicht so tierisch ernst zu nehmen
und vor allem sich selbst nicht so ernst zu nehmen
liebe grüße und eine dicke umarmung
claudia
Kommentar von claudia nölscher — 25. Juli 2008 @ 12:31
Liebste Andrea,
für alles gibt es den richtigen Zeitpunkt. Alles, was deine Eltern getan haben, geschah mit einer guten Absicht dahinter, auch wenn du diese nicht siehst oder sehen kannst, weil sie dir das Schmerzen zugefügt hat. Sich diese Worte immer wieder verinnerlichen, hilft beim Vergebungsprozess. Vielleicht schreib ich bald mehr darüber… Kleine Schritte…
Du liebe Claudia, du – so soll es ja auch sein
Ich freue mich sehr, wenn du ein wenig davon mitnehmen und in deinen Alltag einbauen kannst!
Eine herz-liche Umarmung an euch beide, ihr Lieben, von Elisabeth
Kommentar von Elisabeth — 25. Juli 2008 @ 18:02
Liebe Elisabeth, manchmal hilft der Gedanken, dass etwas nicht mit Absicht geschah leider auch nicht wirklich, ich versuche dann zu denken: Er hat sein Bestes gegeben. Das “Aber” hinter dem Satz, dass im Herzen sitzt, ist noch zu gross für eine 100%ige tiefe Vergebung, aber ich bin auf dem besten Wege. Wie Du schon schreibst, es gibt für alles den richtigen Zeitpunkt. Und manchmal muss sich etwas eben erst langsam entwickeln. step by step. Liebe Grüsse Andrea
Kommentar von andrea2007 — 26. Juli 2008 @ 19:04